Hosta Empress Wu – die Kaiserin unter den Hostas |  Text: Eurohosta, Januar 2025

   

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Ist die Hosta ‘Empress Wu’ die größte Hosta der Welt?

Wenn es eine Hosta gibt, bei der selbst erfahrene Sammler kurz sprachlos werden, dann ist es zweifellos Hosta ‘Empress Wu’. Dieser monumentale Kultivar gehört zu den größten Hostas der Welt und erzeugt im Schattenbeet den Eindruck eines kleinen grünen Berges. Unter guten Bedingungen erreicht sie eine Höhe von etwa 110 bis 130 cm und eine Breite von fast 2,5 Metern, während einzelne Blätter häufig über 60 cm lang werden. Eine Pflanze, die mit ihrer Wucht und majestätischen Erscheinung sofort Aufmerksamkeit auf sich zieht und zum natürlichen Zentrum jeder Pflanzung wird.

‘Empress Wu’ ist nicht einfach eine weitere Schattenstaude. Sie ist ein architektonisches Element – eine lebendige grüne Skulptur, die das Beet dominiert und den Blick automatisch auf sich lenkt. Nach einigen Jahren wird sie zum Hauptpunkt des Schattengartens, ein monumentaler Blickfang, der sich nicht übersehen lässt.

Wie entstand Hosta ‘Empress Wu’?

Der Kultivar ‘Empress Wu’ ist das Ergebnis der züchterischen Arbeit des amerikanischen Ehepaars Brian und Virginia Skaggs, die sich zunächst als leidenschaftliche Hobbygärtner mit Hostas beschäftigten. In den 1990er Jahren entwickelte sich ihre Leidenschaft zu einer lebenslangen Aufgabe – sie gründeten die Hybridisierergruppe Fraternal Order of Seedy Fellows, die auch heute noch Hostaliebhaber in den gesamten USA vereint.

‘Empress Wu’ entstand aus einem Sämling des berühmten Riesen Hosta ‘Big John’, doch ihr genetischer Hintergrund gilt als deutlich komplexer. Experten vermuten in der entfernten Abstammung auch Sieboldiana-Hybriden, Nachkommen der Hosta Hosta sieboldiana ‘Elegans’, die für ihre massiven, blaugrünen Blätter bekannt ist. Es ist kein Zufall, dass gerade diese alten japanischen Linien mit den größten Hostas der Gegenwart verbunden sind – und ‘Empress Wu’ zählt zu ihren eindrucksvollsten Vertretern.

Hosta ‘Empress Wu’ ist ein selektierter Sämling der Hosta ‘Big John’ (Clarence Owens, 1986), die für ihre riesigen Blätter bekannt ist. Im Jahr 2007 maß Danny van Eechaute aus Belgien an seiner eigenen ‘Empress Wu’ ein beeindruckendes Blatt von 61 cm – ein Wert, der einem neuen Weltrekord entsprechen würde. Der bisherige Rekord stammt von einem 53 cm langen Blatt der ursprünglichen Hosta ‘Big John’ (Elternpflanze von ‘Empress Wu’), gemessen von Mark Zilis im Garten von Clarence Owens in Jackson, Michigan (USA).

Im Jahr 2008 wurde ‘Empress Wu’ offiziell registriert und wenige Jahre später von Walters Gardens im Rahmen der Shadowland®-Kollektion der Öffentlichkeit vorgestellt. Schnell wurde sie zu einem Phänomen – nicht nur wegen ihrer Größe, sondern auch wegen ihres dramatischen Erscheinungsbildes im Laufe des Jahres.

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Der ursprüngliche Horst von Hosta ‘Empress Wu’ im Garten von Brian und Virginia Skaggs (Foto: Brian & Virginia Skaggs).

Wie sieht eine ausgewachsene Empress Wu aus?

Die ausgewachsene Pflanze wirkt wie ein gigantischer Blätterbrunnen. Die Blätter sind dick, stark ausgeprägt geadert, dunkelgrün und äußerst robust. Im Sommer erscheinen über ihnen lavendelfarbene Blüten an hohen Stielen, die bei dieser Hosta jedoch nicht im Mittelpunkt stehen – sie dienen vielmehr als zarter Kontrast zur monumentalen Blattmasse.

Bemerkenswert ist, dass die Blätter von ‘Empress Wu’ im Frühjahr einen zarten bläulichen Überzug tragen, der sich im Verlauf der Saison zu einem satten Grün wandelt. Dieser Farbwechsel ist typisch für sogenannte saisonale Varietäten und verleiht der Pflanze eine dynamische, sich entwickelnde Optik, wie man sie bei Hostas nicht alltäglich findet.

Ihre endgültige Größe erreicht sie nach etwa fünf Jahren ungestörten Wachstums. Deshalb ist es ideal, sie an einen Ort zu setzen, an dem sie viele Jahre bleiben kann, ohne geteilt werden zu müssen. Junge Pflanzen bilden bereits beeindruckend große Blätter, doch ihre wahre „kaiserliche“ Größe zeigt sich erst bei einem älteren, gut eingewachsenen Horst.

Eine junge Hosta ‘Empress Wu’ unterscheidet sich kaum von ähnlichen Sorten (Foto: D. Zúbriková).

Wie viel Platz und Pflege braucht sie?

Wer möchte, dass ‘Empress Wu’ zur wahren Kaiserin des Gartens wird, sollte ihr großzügigen Platz, nährstoffreiche Erde und ausreichend Feuchtigkeit gönnen. Sie bevorzugt Halbschatten bis Schatten; Morgensonne verträgt sie gut, aber die heiße Nachmittagssonne kann ihre riesigen Blätter beschädigen.

Der Boden sollte humos, locker, leicht sauer bis neutral und stets leicht feucht sein. Besonders in den ersten Jahren ist regelmäßiges Gießen wichtig, damit die Pflanze ein kräftiges Wurzelsystem bilden kann. Eine Mulchschicht hilft, Feuchtigkeit zu halten und den Boden kühl zu halten.

Schnecken und Nacktschnecken lieben die jungen Austriebe von ‘Empress Wu’, daher empfehlen sich mechanische Fallen oder zugelassene chemische Präparate. Das wichtigste Prinzip jedoch lautet: Wenn Sie maximale Größe erreichen möchten, teilen Sie die Pflanze nicht. Jede Teilung wirft sie um mehrere Jahre zurück.

Eine ausgewachsene Hosta ‘Empress Wu’, die in einem großen Container kultiviert wird (Foto: D. Zúbriková).

Warum trägt sie den Namen Kaiserin Wu?

Der Name dieser Hosta ist kein Zufall. Er verweist auf eine faszinierende historische Persönlichkeit – die Kaiserin Wu Zetian, die einzige Frau in der gesamten chinesischen Geschichte, die als legitime Herrscherin über das Reich regierte. Sie lebte während der Tang-Dynastie (7.–8. Jahrhundert), einer kulturell und politisch bedeutenden Epoche.

Wu Zetian gelangte zunächst als Konkubine an den Kaiserhof, erlangte jedoch dank Intelligenz, Bildung, Weitblick und politischem Geschick immer größeren Einfluss. Im Jahr 690 übernahm sie schließlich die Herrschaft. Ihre Regierungszeit war umstritten, jedoch auch bemerkenswert – sie förderte Bildung, schwächte die Macht der Aristokratie, reformierte die Verwaltung, investierte in Infrastruktur und unterstützte den Buddhismus.

Sie war eine Frau, die dort durchdrang, wo ausschließlich Männer herrschten, und an der Spitze eines der mächtigsten Reiche der Welt stand. Ihr Name lässt sich etwa mit „die, die den Himmeln gebietet“ übersetzen – und genauso wirkt auch die Hosta, die ihren Namen trägt. Im Schattengarten hebt sie ihre riesigen Blätter zum Himmel wie eine gekrönte grüne Herrscherin.

Ein massiver Horst von Hosta ‘Empress Wu’ im Garten von Herrn Danny van Eechaute in Belgien (Foto: Danny van Eechaute).

Wohin im Garten pflanzen?

‘Empress Wu’ ist eine Pflanze, die Raum und Aufmerksamkeit verlangt. Am besten kommt sie als Solitär im Schattengarten zur Geltung, idealerweise dort, wo man sie von einer Terrasse, einem Gartenweg oder einem Sitzplatz aus sieht. Sehr schön wirkt sie an einem Teich, Bachlauf oder in einer feuchten Gartenecke, wo sich ihre großen Blätter im Wasser spiegeln. Vor einer Wand oder einem Zaun mildert sie harte Linien ab und schafft einen natürlichen grünen Hintergrund.

Rund um ihre Basis eignen sich kleinere Begleitpflanzen wie Farne, Brunnera, Helleborus, Bergenien oder kompakte Hostas. Sie profitieren vom Schatten und bilden einen feinen Kontrast zur majestätischen Blattmasse. Nach einigen Jahren, wenn die Pflanze ihre volle Größe erreicht hat, wird dieser Gartenteil oft zu dem Ort, an dem Besucher automatisch stehen bleiben und nur ein Wort sagen: „Wow“.

Für alle Liebhaber großblättriger Hostas ist ‘Empress Wu’ ein unverzichtbarer Kultivar. Sie benötigt etwas mehr Platz und Wasser als gewöhnliche Hostas, belohnt jedoch mit einer unvergesslichen Präsenz. Wer eine Pflanze sucht, die den Schattengarten in ein kleines Königreich verwandelt, trifft mit diesem Riesen eine ausgezeichnete Wahl.

Hosta ‘Empress Wu’ kann auch im Topf kultiviert werden, entfaltet ihre volle Schönheit jedoch vor allem im freien Beet (Foto: V. Mirka).

Hosta ‘Empress Wu’ kann auch im Topf kultiviert werden, entfaltet ihre volle Schönheit jedoch vor allem im freien Beet (Foto: Gerrie Veenstra).

Sogar große Hostas wirken neben Hosta ‘Empress Wu’ wie Zwerge (Foto: D. Zúbriková).

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