Lichtansprüche von Funkien – Sonne oder Schatten? |   Text: Eurohosta, V. Mirka, Fotos: V. Mirka, D. Zubrikova, Dezember 2025

   

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Ein kompletter Leitfaden zu den Lichtansprüchen von Funkien

Bei der Auswahl einer Hosta achten viele auf Größe, Blattfarbe oder den Sortennamen. Doch ein Faktor ist entscheidend – und wird trotzdem oft unterschätzt: das Licht.

Aus über 30 Jahren Erfahrung mit diesen Stauden haben wir wertvolle Erkenntnisse gesammelt, die wir gern mit Ihnen teilen. Unser Ziel ist es, Ihnen zu helfen zu verstehen, warum eine Hosta, die früher der größte Blickfang im Garten war, plötzlich nicht mehr wächst und an Ausstrahlung verliert. Die Ursache kann das Licht sein.

Wenn sich die Lichtverhältnisse in Ihrem Garten plötzlich ändern – ein Sturm bricht einen Ast ab oder wirft sogar den ganzen Baum um, Sie schneiden Obstbäume stärker als in anderen Jahren, oder eine Zierbuche im Garteneck ist gewachsen und wirft mehr Schatten als noch vor fünf Jahren – all das kann die Lichtbedingungen am Standort deutlich verändern und das Wachstum Ihrer Funkien spürbar beeinflussen.

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Wächst eine Hosta am richtigen Standort, zeigen die Blätter keine Schäden und der Horst wirkt perfekt. Hier sehen Sie ein Beispiel, wie Hostas aussehen, wenn der Platz wirklich optimal ist. In der Mitte ein perfekter Horst von Bohemia Quill Bill, rechts Hosta Fruit Punch. Idealer Standort für Funkien = perfekte Funkien!

Standort aus Sicht des Lichts – Definition von Schatten, Halbschatten und Sonne

Schatten

Das ist ein Platz, an dem die Sonne fast nie scheint. Solche Standorte sind im Garten eher selten. Typisch sind die Nordseite eines großen, dichten Baumes oder Strauches, eine eingesenkte Gartenecke, Bereiche zwischen Gebäuden und Ähnliches. Das ist kein guter Standort für Funkien. Er ist nicht der allerschlechteste, aber die meisten Funkien wachsen dort nicht optimal und bilden nur wenige Ableger. Die Blätter werden oft lang (sie strecken sich zum Licht), die Pflanzen bauen eher ab als dass sie sich entwickeln, und selbst nach Jahren erreichen sie weder eine gute Vitalität noch eine ästhetische Bestform. Ausnahmen sind einige grün- und blaublättrige Sorten, die dort gut zurechtkommen und solche Plätze sogar bevorzugen können.

Halbschatten / Schatten – kühler Halbschatten – dunkler Halbschatten

Ein halbschattiger Standort ist ein Platz, an dem etwa die halbe Tageszeit – meist am Vormittag – Sonne ankommt und am Nachmittag Schatten herrscht. Am Morgen ist die Luftfeuchtigkeit höher und die Temperatur niedriger. Erreicht die Sonne Hostas nur bis etwa 11:00–12:00 Uhr, wirkt sich das sehr positiv auf ihr Wachstum aus. Funkien sind vital, ohne Schädlinge und ohne Schäden. Die Blätter färben sich gut aus und zeigen eine schöne Textur und Form. Das ist das beste Licht für Funkien– der wirklich ideale Standort für die meisten Sorten!

Halbschatten / Sonne – warmer Halbschatten – heller Halbschatten

Ein solcher Standort ist durch Schatten am Vormittag und Sonne am Nachmittag gekennzeichnet. Bekommt eine Hosta ab etwa 12:00–13:00 Uhr direkte Sonne bis zum Abend, wird das für viele Sorten problematisch. Im Sommer liegen die Höchsttemperaturen in Mitteleuropa meist zwischen 14:00 und 16:00 Uhr, die Luft ist trocken, und die Temperaturen überschreiten häufig 30 °C. Einige Hostas reagieren mit verbrannten Blättern sowie Veränderungen von Farbe und Blattform. Für viele gelblaubige Sorten kann dieser Platz jedoch gut geeignet sein.

Volle Sonne

Ein Standort mit Sonne von morgens bis abends passt zu einigen wärmeliebenden Gräsern und bestimmten Stauden – zum Beispiel zu Pflanzen mit dicken, wasserspeichernden Blättern wie Euphorbia, Delosperma, Sempervivum oder Sedum. Das ist definitiv kein Platz für Funkien. In voller Sonne bauen Funkien ab, leiden unter Wassermangel und starker Einstrahlung und gehen meist nach wenigen Jahren ein. Das ist der schlechteste Standort für Hostas. Wir empfehlen, Funkien hier nicht zu pflanzen.

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Eine blaue Hosta mit sonnenverbrannten Blatträndern.

Licht und Wasser

So einfach diese Einteilung klingt, in der Praxis kann es etwas komplexer sein. Alles oben Genannte hängt stark vom Wassergehalt im Boden und damit auch in der Pflanze ab. Ist mehr Wasser im Boden, hat die Pflanze automatisch mehr Wasser zur Verfügung. Die Blätter erhitzen sich langsamer und vertragen mehr Licht und Wärme. Fehlt jedoch Wasser im Boden, werden die Blätter dehydriert und die Sonne verursacht deutlich schneller Verbrennungen, löst die Wachsschicht oder schädigt das Blatt auf andere Weise.

Deshalb vertragen Funkien in natürlich kühleren Regionen (z. B. in höheren Lagen oder weiter nördlich) mit feuchteren Böden häufig sogar helleren Halbschatten, während sie in Südeuropa – oder in natürlich warmen, südlichen Mikroklimata – manchmal selbst im dunklen Halbschatten Schwierigkeiten haben.

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Eine gelbgrüne Hosta in der Sonne – gegen Ende des Sommers sind die Blätter verbrannt.

Blattform – gewellte Blattränder und Lichtverhältnisse

Gewellte Blattränder sind ein auffälliges Ziermerkmal vieler Hostas, und ihre Ausprägung hängt eng mit den Lichtverhältnissen zusammen. An helleren Standorten wird die Blattform stärker betont – die Wellen sind ausgeprägter, die Ränder plastischer, und das Blatt wirkt dynamischer und lebendiger. Im tieferen Schatten wirken die Blätter ruhiger, die Wellen flacher und die Blattadern weniger stark geprägt. Licht beeinflusst also nicht nur die Blattfarbe, sondern formt ebenso sensibel die gesamte Blattform.

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Das ist Hosta Paul's Glory, die hellere Standorte gut verträgt. Die Blätter verändern zwar die Farbe – die Mitte wird heller (links) und der Rand kräftiger als im Schatten (rechts) – aber die Blattränder sind nicht verbrannt.

Was können Sie tun, um für Ihre Funkien gute Lichtverhältnisse zu schaffen?

Das richtige Licht ist die Grundlage für eine schöne und gesunde Hosta. Wenn eine Hosta ihre Farbe verändert, verblasst, Kontrast verliert oder schwach wächst, liegt das sehr häufig nicht an Gießen oder Boden, sondern an ungeeigneten Lichtverhältnissen. Funkien reagieren schnell und eindeutig auf einen falschen Standort – alles zeigen ihre Blätter.

Im Topf ist es einfach: Stellen Sie die Pflanze an einen passenderen Platz. Im Beet können Sie entweder abwarten – besonders, wenn Sie erwarten, dass sich die Lichtverhältnisse in 1–2 Jahren wieder normalisieren – oder Sie verpflanzen die Hostas im Frühjahr an einen besseren Standort.

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Licht beeinflusst nicht nur die Blattfarbe, sondern auch die Blattform. Hier sehen Sie zwei Töpfe mit Hosta Atom Smasher. Links wuchs sie im Schatten, rechts in der Sonne... beurteilen Sie selbst, ob Sie einen Unterschied erkennen – in beiden Töpfen steht derselbe Kultivar!

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Diese Funkien wachsen ebenfalls an einem Platz mit genau der Lichtmenge, die sie brauchen. Sie sind kräftig gefärbt – das bedeutet: genügend Licht, aber nicht so viel, dass die Blätter verbrennen. Oben rechts Hosta Liberty, unten rechts Hosta Fragrant Queen, und in der Mitte ein schöner Horst von Hosta Journey's End.

Zusammenfassung – schnelle Orientierung für den richtigen Standort von Funkien

Zur schnellen Orientierung finden Sie hier eine Übersicht nach Blattfarbe und Lichtanspruch. Wenn Sie auf den Link klicken, erfahren Sie mehr über die jeweiligen Anforderungen.

gelbe Blätter → warmer Halbschatten

pänaschierte Hostas → kühler bis warmer Halbschatten

grüne Blätter → Vollschatten bis warmer Halbschatten

blaue Blätter → Vollschatten bis kühler Halbschatte

rote Blattstiele (red legs) → kühler bis warmer Halbschatten

gewellte Blattränder – kühler bis warmer Halbschatten


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